Gerätetypen

Zuletzt geprüft 30. Juli 2026

Auswuchten von Wellen, Kardanwellen und Kupplungen

KurzfassungEine Welle mit L/D unter 3 verhält sich starr und wird normal in zwei Ebenen ausgewuchtet; über L/D 10 biegt sie sich im Lauf und kann oberhalb ihrer ersten kritischen Drehzahl laufen, wo normales Auswuchten versagt. Betriebsdrehzahl mindestens 20 % von der kritischen Drehzahl entfernt halten.

Wann dies zutrifft

  • Kurze starre Wellen (L/D < 3) mit zweiplanigem Auswuchtbedarf
  • Lange Wellen (L/D > 10), die sich beim Rotieren biegen
  • Gelenkige Gelenkwellen mit mehreren Abschnitten
  • Kupplungen, Riemenscheiben oder Kettenräder auf einer Welle

Wann es nicht zutrifft

  • Normales Auswuchten schlägt oberhalb der ersten kritischen Drehzahl fehl
  • Flexible Wellen benötigen biegemoden-bewusste Methoden
  • Betriebsdrehzahl zu nahe an der kritischen Drehzahl ist ungeeignet

Wellenarten

1. Kurze, starre Wellen

L/D < 3: Diese verhalten sich wie starre Körper. Standardmäßiges Zweiebenenwuchten ist anwendbar.

2. Lange, biegsame Wellen

L/D > 10: Diese biegen sich beim Drehen. Achten Sie auf kritische Drehzahlen!

Warnung: Lange Wellen können OBERHALB ihrer ersten kritischen Drehzahl betrieben werden. In diesem Fall ist herkömmliches Auswuchten nicht geeignet!

3. Kardanwellen (Gelenkwellen)

Besonderheiten: Diese bestehen aus mehreren durch Kreuzgelenke verbundenen Abschnitten. Jeden Abschnitt separat auswuchten.

4. Wellen mit aufgesetzten Bauteilen

Kupplungen, Riemenscheiben und Kettenräder – diese als Baugruppe zusammen mit der Welle auswuchten.

Kritische Drehzahlen von Wellen

Definition: Die Drehzahl, bei der eine Welle in Resonanz gerät und sich stark zu biegen beginnt.

Die Gefahr: Beim Durchfahren einer kritischen Drehzahl steigt die Schwingung stark an.

Wie man sie ermittelt:

  1. Auslaufversuch (Messen während des Auslaufens)
  2. Auf dem Diagramm ist ein steiler Schwingungspeak sichtbar
  3. Die Phase verschiebt sich beim Durchfahren der Resonanz um 180°

Was zu tun ist:

  • Die Betriebsdrehzahl muss mindestens ±20 % ÜBER oder UNTER der kritischen Drehzahl liegen
  • Wenn Betriebsdrehzahl = kritische Drehzahl → Lagersteifigkeit oder Wellenmasse ändern
  • Bei biegsamen Wellen: spezialisiertes Auswuchten verwenden, das die Biegeform berücksichtigt

Auswuchten von Kupplungen

Kupplungsarten:

  • Starr: Separat auswuchten, dann einbauen
  • Flexibel: Kann Gummielemente enthalten – als Baugruppe auswuchten
  • Zahnkupplung: Jede Hälfte separat auswuchten

Faustregel: Die beiden Kupplungshälften diametral gegenüber auswuchten, sodass sie sich gegenseitig kompensieren.

Fazit

Wellen und Kardanwellen erfordern besondere Aufmerksamkeit bei kritischen Drehzahlen. Lange Wellen (L/D > 10) können biegsam sein, wodurch herkömmliches Auswuchten ungeeignet ist. Ein Auslaufversuch ist zwingend erforderlich.

Wellenauswuchten

Geräte und Dienstleistungen zum Auswuchten von Wellen unter Berücksichtigung kritischer Drehzahlen

Gerät Balanset-1A

Ein Gerät zum Zwei-Ebenen-Auswuchten von Wellen und Kupplungen in ihren eigenen Lagern (für Kardanwellen-Prüfstände mit mehreren Lagern — siehe Balanset-4)

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Wellenauswuchten

Auswuchten mit Bestimmung der kritischen Drehzahl (Auslaufversuch)

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Schnell-Checkliste

  • Welle nach ihrem L/D-Verhältnis klassifizieren
  • Auslaufversuch zur Ermittlung kritischer Drehzahlen durchführen
  • Auf eine Schwingungsspitze und 180-Grad-Phasendrehung achten
  • Betriebsdrehzahl mindestens 20 % von der kritischen Drehzahl entfernt halten
  • Gelenkwellen-Abschnitte separat auswuchten
  • Beide Kupplungshälften diametral gegenüberliegend ausrichten
Nächster SchrittWellenauswuchten mit Auslauf-Kritisch-Drehzahl-Identifizierung beauftragen oder Auswuchtservice anfragen.