Gerätetypen

Zuletzt geprüft 30. Juli 2026

Auswuchten von Getrieben und Zahnrädern

KurzfassungEingangs-, Zwischen- und Ausgangswelle eines Getriebes werden als Baugruppe mit ihren Zahnrädern auf G6,3–G16 ausgewuchtet, und zwar bei der Generalüberholung. Korrigiert wird durch Bohren im Wellenkörper oder in der Zahnradnabe — nie im Zahnkranz oder nahe den Lagersitzen.

Wann dies zutrifft

  • Bei einer großen Getriebe-Überholung
  • Zahnrad-Exzentrizität mit starker Zahneingriffsfrequenz (GMF)
  • Ungleichmäßiger Zahnverschleiß, der die Massenverteilung verschiebt
  • Eine durch Überlast oder Aufprall gebogene Welle

Wann es nicht zutrifft

  • Eine Spezialoperation, die mit einer vollständigen Überholung verbunden ist
  • Niemals den Zahnkranz oder in der Nähe von Lagersitzen bohren
  • Zahnrad ist asymmetrisch; Exzentrizität muss berücksichtigt werden

Rotierende Elemente eines Getriebes

In einem Getriebe erfordern folgende Bauteile das Auswuchten:

  • Die Eingangswelle mit dem treibenden Zahnrad
  • Zwischenwellen (bei mehrstufigen Getrieben)
  • Die Ausgangswelle mit dem getriebenen Zahnrad

Wichtiger Hinweis: Ein Zahnrad ist kein symmetrisches Bauteil. Das Auswuchten einer Welle zusammen mit ihrem Zahnrad bedeutet, dass die Exzentrizität des Zahnkranzes berücksichtigt werden muss.

Herausforderungen beim Getriebeauswuchten

1. Zahnradexzentrizität

Stimmt der Massenschwerpunkt des Zahnkranzes nicht mit der Wellenachse überein, entwickelt sich eine Unwucht vom Typ „Zahnrad-Rundlauffehler".

Merkmale im Spektrum:

  • Eine starke Zahneingriffsfrequenz (GMF)
  • Seitenbänder um die GMF im Abstand der 1-fachen Betriebsdrehzahl

2. Zahnverschleiß

Ungleichmäßiger Zahnverschleiß verändert die Masseverteilung.

3. Wellenbiegung

Überlastung oder ein Schlag können eine Welle biegen und gleichzeitig Unwucht und Versatz erzeugen.

Auswuchten von Getriebewellen

Methode: Auf der Auswuchtmaschine

Ablauf:

  1. Getriebe zerlegen
  2. Wellen ausbauen
  3. Reinigen und auf Defekte prüfen
  4. Jede Welle als Baugruppe mit ihrem Zahnrad auswuchten
  5. Wuchtgüte G6,3–G16 (je nach Typ)

Besonderheiten der Korrektur

  • Bohren in den Wellenkörper (außerhalb der belasteten Zone)
  • Bohren in die Zahnradnabe
  • Schleifen der Stirnflächen (bei kleinen Korrekturen)
Wichtig: Niemals in den Zahnkranz oder in die Nähe der Lagersitze bohren!

Fazit

Das Auswuchten von Getriebewellen ist eine Facharbeit, die bei einer Generalüberholung durchgeführt wird. Ein korrekt ausgewuchtetes Getriebe läuft leise und schwingungsfrei, und seine Lebensdauer verlängert sich um das Zwei- bis Dreifache.

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Schnell-Checkliste

  • Getriebe zerlegen und Wellen ausbauen
  • Jede Welle reinigen und auf Defekte prüfen
  • Jede Welle als Baugruppe mit ihrem Zahnrad auswuchten
  • Gütegrad G6,3-G16 je nach Typ anwenden
  • Durch Bohren im Wellenkörper oder Zahnradflansch korrigieren
  • Beim Korrigieren Zahnkranz und Lagersitze vermeiden
Nächster SchrittWellen zum Bankauswuchten einsenden oder Auswuchtservice anfragen.