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Referenz

Glossar

Die wichtigsten Begriffe aus der Wissensdatenbank, verständlich erklärt.

Wuchtgüteklasse (G)
Eine Kennzahl (z. B. G6,3), die nach ISO 21940-11 die zulässige Restunwucht eines starren Rotors festlegt. Sie entspricht numerisch der Bahngeschwindigkeit des Massenmittelpunkts bei Betriebsdrehzahl (eper × Ω) in mm/s. Je kleiner G, desto anspruchsvoller das Auswuchten.
Restunwucht (U)
Die nach dem Auswuchten verbleibende Unwucht in g·mm. Die Zielgröße ist Uper = eper × Rotormasse.
Spezifische Unwucht (e)
Die Unwucht je Masseneinheit des Rotors in µm (= g·mm/kg). eper = 9549 × G / n, wobei n die Drehzahl in U/min ist.
Schwinggeschwindigkeit (mm/s eff.)
Das normierte Maß für die Schwingungsintensität einer Maschine, gemessen an den Lagern und bewertet nach den Zonen A–D der ISO 20816-3. Nicht mit der Wuchtgüteklasse G verwechseln.
FFT (Schnelle Fourier-Transformation)
Der Algorithmus, der ein zeitliches Schwingungssignal in ein Frequenz-Amplituden-Spektrum umwandelt – die Grundlage der Schwingungsdiagnostik.
Drehzahlordnungen (1×, 2×, …)
Frequenzen, ausgedrückt als Vielfache der Wellendrehfrequenz. Unwucht erscheint bei 1×; Fluchtungsfehler erzeugt ein starkes 2×; mechanisches Spiel erzeugt viele Ordnungen.
BPFO – Überrollfrequenz Außenring
Die Häufigkeit, mit der Wälzkörper über einen Defekt am feststehenden Außenring laufen – eine nicht-synchrone Defektfrequenz.
BPFI – Überrollfrequenz Innenring
Die Häufigkeit, mit der Wälzkörper über einen Defekt am rotierenden Innenring laufen; im Spektrum meist mit Seitenbändern bei 1× sichtbar.
BSF – Wälzkörperdrehfrequenz
Die Eigenrotationsfrequenz eines Wälzkörpers; ein Defekt an Kugel oder Rolle regt diese Frequenz (und ihr 2×BSF) an.
FTF – Käfigdrehfrequenz
Die Umlauffrequenz des Käfigs, typisch 0,35–0,45× der Wellendrehzahl – also untersynchron.
Kritische Drehzahl
Eine Betriebsdrehzahl, bei der die Erregungsfrequenz der Welle mit einer Eigenfrequenz des Rotor-Lager-Systems zusammenfällt und einen ausgeprägten Schwingungspeak erzeugt.
Starrer vs. flexibler Rotor
Ein Rotor, der weit unterhalb seiner ersten kritischen Drehzahl betrieben wird, verhält sich starr (Auswuchten in einer oder zwei festen Ebenen). Ein Rotor nahe oder oberhalb einer kritischen Drehzahl verformt sich und erfordert Methoden für flexible Rotoren.
Statische / Momenten- / dynamische Unwucht
Statisch = Versatz des Massenmittelpunkts (eine Ebene); Momentenunwucht = gleiche Massen um 180° versetzt in zwei Ebenen (Kippmoment); dynamisch = allgemeiner Fall, Korrektur in zwei Ebenen.
ISO 21940-11
Mechanische Schwingungen — Auswuchten von Rotoren: Verfahren und Toleranzen für Rotoren mit starrem Verhalten. Legt die Wuchtgüteklassen G fest. Ersetzt ISO 1940-1.
ISO 20816-3
Mechanische Schwingungen — Messung und Bewertung der Schwingungen von Maschinen. Definiert die Bewertungszonen A/B/C/D. Ersetzt ISO 10816-3 (zurückgezogen).