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Theorie und Grundlagen

Zuletzt geprüft 30. Mai 2026

Was Resonanz ist und warum sie Ihre Anlagen zerstören kann

Resonanz ist eines der gefährlichsten Phänomene beim Betrieb von Rotationsmaschinen. Im Resonanzbereich kann selbst ein perfekt ausgewuchteter Rotor extrem hohe Schwingungen erzeugen, die zur katastrophalen Zerstörung der Struktur führen können.

Die Gefahr der Resonanz: Im Resonanzfall kann eine Änderung der Drehzahl um nur 50–100 U/min die Schwingung verzehnfachen. Herkömmliche Auswuchtmethoden sind im Resonanzbereich wirkungslos oder nicht anwendbar.

Was Resonanz ist: eine einfache Erklärung

Die Gefahr der Resonanz: Dreht sich ein Rotor mit einer Drehzahl nahe der Eigenfrequenz des Systems, kann die Schwingung das 10- bis 20-fache betragen – dieses Phänomen nennt sich Resonanz. Selbst ein perfekt ausgewuchteter Rotor erzeugt dann enorme Schwingungen!

Jede mechanische Struktur (Rahmen, Fundament, Lagerböcke) besitzt eigene Eigenfrequenzen der Schwingung. Das sind die Frequenzen, bei denen die Struktur bevorzugt schwingt.

Ein Vergleich: Stellen Sie sich eine Schaukel vor. Wenn man die Schaukel im Takt ihrer natürlichen Schwingung anstößt, wächst die Amplitude. Stößt man im falschen Takt an, bewegt sich die Schaukel kaum.

Resonanz tritt auf, wenn die Rotationsfrequenz des Rotors mit einer der Eigenfrequenzen der Struktur übereinstimmt (oder ihr sehr nahe kommt). In diesem Fall erzeugt bereits eine kleine Anregungskraft durch eine minimale Unwucht enorme Schwingungen.

Die Gefahr: Die Schwingung kann auf das 10- bis 20-fache anwachsen. Dies führt zu:

  • Zerstörung von Befestigungen und Fundamenten
  • Ermüdungsrissen im Metall
  • Katastrophalem Versagen der Struktur

Die kritische Drehzahl

Die kritische Drehzahl ist die Drehzahl, bei der die Rotationsfrequenz des Rotors mit der Eigenfrequenz des Systems „Rotor-Lagerung" übereinstimmt.

Starre und biegsame Rotoren:

  • Starrer Rotor: Die Betriebsdrehzahl liegt deutlich unterhalb der ersten kritischen Drehzahl (in der Regel um den Faktor 2–3). Ein solcher Rotor biegt sich unter Fliehkräften nicht.
  • Biegsamer Rotor: Er arbeitet bei einer Drehzahl nahe der kritischen oder darüber. Der Rotor biegt sich beim Drehen merklich.
Kritisch: Der Versuch, einen biegsamen Rotor wie einen starren (in zwei Ebenen) auszuwuchten, scheitert häufig. Die angebrachten Gewichte kompensieren möglicherweise die Schwingung bei niedriger Drehzahl, verstärken sie jedoch, sobald die Betriebsdrehzahl erreicht wird.

Wie man Resonanz erkennt: Diagnosemethoden

Resonanzfrequenzdiagramm mit einem Schwingungspeak bei 2250 U/min

Abb. 1. Resonanzdiagramm: ein steiler Schwingungspeak beim Erreichen der kritischen Drehzahl (in diesem Beispiel ca. 2250 U/min).

Anzeichen für den Betrieb im Resonanzbereich:

  • Ein starker Schwingungsanstieg bei einer bestimmten Drehzahl
  • Bei einer Drehzahländerung von ±100 U/min ändert sich die Schwingung um das 5- bis 10-fache
  • Die Schwingungsphase „springt" von einer Messung zur nächsten
  • Beim Durchfahren der Resonanz ändert sich die Phase um 180°
  • Die Messwerte sind instabil, auch bei konstanter Drehzahl

Erkennungsmethoden:

1. Auslaufversuch (Coast-down-Test):

  • Die Anlage wird abgeschaltet und läuft aus
  • Die Schwingung wird beim Absinken der Drehzahl gemessen
  • Auf dem Diagramm sind Schwingungspeaks bei den Resonanzfrequenzen sichtbar

2. Impulstest (Bump-Test):

  • Die stillstehende Anlage wird mit einem Modalhammer angeschlagen
  • Das Systemverhalten wird analysiert
  • Die Eigenfrequenzen werden bestimmt

Diagnose von Resonanzphänomenen

Wir führen Schwingungsdiagnosen durch und bestimmen die Eigenfrequenzen Ihrer Anlagen

Diagnose anfragen

Methoden zur Beseitigung von Resonanz

1. Änderung der Betriebsdrehzahl

Ändern Sie, wo möglich, die Drehzahl so, dass die Betriebsfrequenz ausreichend weit von der Resonanzfrequenz entfernt ist (in der Regel um ±15–20 %).

2. Änderung der Struktursteifigkeit

  • Verstärkung von Rahmen und Fundamenten: Eine Erhöhung der Steifigkeit erhöht die Eigenfrequenz
  • Masse hinzufügen: Eine Erhöhung der Masse senkt die Eigenfrequenz
  • Lagerung ändern: Verwendung von Schwingungsisolatoren oder steiferen Befestigungen

3. Dämpfung

  • Einbau von Dämpfern (Schwingungstilgern)
  • Verwendung von schwingungsdämpfenden Auflagern

4. Spezielle Auswuchtmethoden

Für den Betrieb nahe der Resonanz gibt es spezielle Auswuchtmethoden, die die Phase außer Acht lassen (die Vier-Gang-Methode). Dies ist jedoch ein komplexes Verfahren, das Erfahrung erfordert.

Empfehlung: Die beste Lösung ist es, den Betrieb im Resonanzbereich vollständig zu vermeiden. Achten Sie bei der Auslegung von Anlagen oder der Wahl der Betriebsdrehzahl darauf, dass diese ausreichend weit von den Eigenfrequenzen der Struktur entfernt liegt.

Fazit

Resonanz ist ein ernstzunehmendes Phänomen, das nicht ignoriert werden darf. Wenn Ihre Anlage in der Nähe einer Resonanzfrequenz betrieben wird, löst herkömmliches Auswuchten das Schwingungsproblem nicht.

Die wichtigsten Erkenntnisse:

  • Resonanz tritt auf, wenn die Rotationsfrequenz mit der Eigenfrequenz der Struktur übereinstimmt
  • Die Schwingung kann selbst bei minimaler Unwucht auf das 10- bis 20-fache anwachsen
  • Auswuchten im Resonanzbereich ist mit Standardmethoden praktisch unmöglich
  • Die Betriebsdrehzahl oder die Struktursteifigkeit muss geändert werden

Eine professionelle Schwingungsdiagnose ermöglicht es, Resonanzphänomene zu erkennen und die richtige Lösung vorzuschlagen – nicht Auswuchten, sondern die Beseitigung der Resonanz selbst.

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Schnell-Checkliste

  • Auf 5- bis 10-fachen Schwingungsanstieg bei kleinen Drehzahlaenderungen achten
  • Auslaufversuch durchfuehren und Schwingungsspitzen notieren
  • Klopftest zur Ermittlung von Eigenfrequenzen durchfuehren
  • Betriebsdrehzahl um +/-15-20 % von der Resonanz wegverschieben
  • Steifigkeit, Masse oder Auflager der Konstruktion aendern
  • Daempfer oder Schwingungsisolatoren anbringen
Nächster SchrittResonanzbefunde per Schwingungsdiagnose bestaetigen oder Diagnoseleistung anfordern.