Zuletzt geprüft 30. Mai 2026
Auswuchten von Getrieben und Zahnrädern
Rotierende Elemente eines Getriebes
In einem Getriebe erfordern folgende Bauteile das Auswuchten:
- Die Eingangswelle mit dem treibenden Zahnrad
- Zwischenwellen (bei mehrstufigen Getrieben)
- Die Ausgangswelle mit dem getriebenen Zahnrad
Wichtiger Hinweis: Ein Zahnrad ist kein symmetrisches Bauteil. Das Auswuchten einer Welle zusammen mit ihrem Zahnrad bedeutet, dass die Exzentrizität des Zahnkranzes berücksichtigt werden muss.
Herausforderungen beim Getriebeauswuchten
1. Zahnradexzentrizität
Stimmt der Massenschwerpunkt des Zahnkranzes nicht mit der Wellenachse überein, entwickelt sich eine Unwucht vom Typ „Zahnrad-Rundlauffehler".
Merkmale im Spektrum:
- Eine starke Zahneingriffsfrequenz (GMF)
- Seitenbänder um die GMF im Abstand der 1-fachen Betriebsdrehzahl
2. Zahnverschleiß
Ungleichmäßiger Zahnverschleiß verändert die Masseverteilung.
3. Wellenbiegung
Überlastung oder ein Schlag können eine Welle biegen und gleichzeitig Unwucht und Versatz erzeugen.
Auswuchten von Getriebewellen
Methode: Auf der Auswuchtmaschine
Ablauf:
- Getriebe zerlegen
- Wellen ausbauen
- Reinigen und auf Defekte prüfen
- Jede Welle als Baugruppe mit ihrem Zahnrad auswuchten
- Wuchtgüte G6,3–G16 (je nach Typ)
Besonderheiten der Korrektur
- Bohren in den Wellenkörper (außerhalb der belasteten Zone)
- Bohren in die Zahnradnabe
- Schleifen der Stirnflächen (bei kleinen Korrekturen)
Fazit
Das Auswuchten von Getriebewellen ist eine Facharbeit, die bei einer Generalüberholung durchgeführt wird. Ein korrekt ausgewuchtetes Getriebe läuft leise und schwingungsfrei, und seine Lebensdauer verlängert sich um das Zwei- bis Dreifache.
Getriebe auswuchten
Geräte und Dienstleistungen für das Auswuchten von Getriebewellen
Schnell-Checkliste
- Getriebe zerlegen und Wellen ausbauen
- Jede Welle reinigen und auf Defekte pruefen
- Jede Welle als Baugruppe mit ihrem Zahnrad auswuchten
- Guetegrad G6,3-G16 je nach Typ anwenden
- Durch Bohren im Wellenkoerper oder Zahnradflansch korrigieren
- Beim Korrigieren Zahnkranz und Lagersitze vermeiden